Kognitiv-therapeutische Übungen nach Professor Perfetti

Professor Perfetti geht davon aus, dass eine Rehabilitation nichts anderes ist, als ein Lernprozess unter pathologischen (krankhaften) Bedingungen. Bewegungsfähigkeit wird nur dann zur Zufriedenheit wiederhergestellt, wenn sie in einem Zusammenhang mit kognitiven (geistigen) Prozessen gesehen werden. Die kognitiven Prozesse, die bei einer Bewegung im Gehirn ablaufen, sind für die Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Je besser es gelingt, die kognitiven Fähigkeiten wiederherzustellen, desto besser ist auch die Bewegungsfähigkeit und die Bewegungskontrolle.

Übungen mit geschlossenen Augen unterstützen den Lerneffekt.

Diese Erkenntnis wird in die Rehabilitationsübungen mit eingebaut, indem versucht wird, das Bewusstsein aktiv die Kontrolle über die körperlichen Feedback-Mechanismen ausüben zu lassen. Die Betroffenen führen die meisten Übungen mit geschlossenen Augen aus. So werden der Tastsinn und die Tiefenwahrnehmung angeregt, die bei der Organisation von Bewegungen eine sehr wichtige Rolle spielen.

Betroffene müssen Veränderungen mit den Sinnen wahrnehmen.

Bei den Übungen mit geschlossenen Augen nimmt der Therapeut z. B. Verlagerungen des Körpers vor. Der Betroffene muss dann mit geschlossenen Augen wahrnehmen, was der Therapeut getan hat. Oder der Betroffene muss die Eigenschaften von Materialien oder Figuren erkennen.