Gruppenangebot bei beginnender Demenz

Patienten mit Verdacht auf Demenz oder beginnender Demenz nehmen ihre Einschränkungen und die damit verbundenen Alltagsschwierigkeiten oft nicht wahr, bzw. sie versuchen diese Einschränkungen zu überspielen. Die Bereitschaft zur Mitarbeit gerade in der Einzeltherapie ist aus diesen Gründen häufig nur eingeschränkt möglich. Die Fokusierung auf die eigenen Person wird von den Patienten in der Therapiesituation leicht als Bedrohung wahrgenommen. Dies verhindert, dass sich vorhandene Leistungen und Fähigkeiten entfalten können. In einer Gruppe löst sich dieser Druck auf.
Inhalt der Gruppentherapie, auf 10 Therapiestunden konzipiert ist:

Kognitives Training ( Gedächtnistraining): ein gesundheitsorientiertes Training zur Verbesserung und Erhaltung kognitiver Funktionen wie der Wahrnehmung, der Informationsverarbeitung, des Denkens, des Gedächtnisses und der Sprache (mit Fragestellungen und Inhalten aus dem täglichen Leben)
Psychomotorisches Training: mit Übungen zur Verbesserung der Körperwahrnehmung, der koordinierten Bewegungen, des Gleichgewichtes und der Beweglichkeit wird dem Verlust von körperlicher Selbständigkeit (Sturz; Verletzungsgefahr;) entgegen gewirkt. Zusätzlich unterstützt dieses Training laut SimA Studie das kognitive Training.
Alltagsaktivitäten: zur Erhaltung und Förderung der Handlungskompetenzen des Patienten im Alltag.
Angehörigenberatung (in der Regel ohne Patienten): Ein wesentliches Element zur Erhaltung einer nachhaltigen Wirkung der Therapie im Alltag ist die Mitarbeit der Angehörigen. Die Beratung orientiert sich an aktuellen Themen der Angehörigen. Gemeinsam werden Möglichkeiten erarbeitet schwierige Alltagssituationen zu meistern und eventuell eingefahren Verhaltensmuster neu zu organisieren.
Ziele:
Verbesserung und Erhalt der kognitiven Fähigkeiten
Auseinandersetzung mit der Erkrankung
Psychische Stabilisierung und Stärkung des Selbstvertrauens
Verbesserung und Erhalt der Orientierung zu Raum und Zeit
Erhalt der Alltagskompetenzen und der Selbstversorgung
Erhalt der Sozialkompetenz
Ritualisierung von Alltagshandlungen
Organisatorische Hinweise:

Für die Gruppentherapie wird eine Heilmittelverordnung über 10 psychisch-funktionelle Gruppentherapien aus der Diagnosegruppe PS 5 benötigt.
Im Vorfeld ist es jedoch erforderlich, dass der Patient mindestens 3 Einzeltherapien psychisch-funktionell verordnet bekommt. Im Rahmen der Einzeltherapie wird zunächst eine individuelle Befundung, eine Biographiebogen und ein Zielverereinbarung mit dem Patienten und ggfs. mit dem Angehörigen erstellt. Erst dann kann die Zuordnung in eine geeignete Gruppe erfolgen.